1. Was reif in diesen Zeilen steht ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
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Was reif in diesen Zeilen steht,
was lächelnd winkt und sinnend fleht,
das soll kein Kind betrüben;
die Einfalt hat es ausgesäet,
die Schwermut hat hindurchgeweht,
die Sehnsucht hat's getrieben.
Und ist das Feld einst abgemäht,
die Armut durch die Stoppeln geht,
sucht Ähren, die geblieben;
sucht Lieb, die für sie untergeht,
sucht Lieb, die mit ihr aufersteht,
sucht Lieb, die sie kann lieben.
Und hat sie einsam und verschmäht,
die Nacht durch, dankend in Gebet,
die Körner ausgerieben,
liest sie, als früh der Hahn gekräht,
was Lieb erhielt, was Leid verweht,
ans Feldkreuz angeschrieben:
"O Stern und Blume, Geist und Kleid,
Lieb, Leid und Zeit und Ewigkeit!"
2. Die Sterne ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
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Ich sehe oft um Mitternacht,
Wenn ich mein Werk getan
Und niemand mehr im Hause wacht,
Die Stern' am Himmel an.
Sie gehn da, hin und her zerstreut
Als Lämmer auf der Flur,
In Rudeln auch, und aufgereiht
Wie Perlen an der Schnur;
Und funkeln alle weit und breit
Und funkeln rein und schön;
Ich seh' die große Herrlichkeit
Und kann mich satt nicht sehn.
Dann saget, unterm Himmelszelt,
Mein Herz mir in der Brust:
"Es gibt noch Bess'res in der Welt
Als all ihr Schmerz und Lust."
Ich werf mich auf mein Lager hin,
Und liege lange wach,
Und suche es in meinem Sinn,
Und sehne mich danach.
note: in Jakob's setting, he adds a stanza of his own at the end:
Und irgendwann fühl' ich es dann,
Mein Vater, das bist Du!
Und dem, der nachts noch staunen kann,
Zwinkern's die Sterne zu.
3. Um Mitternacht ![[setting text needs to be verified]](/images/ball.red.gif)
Language:
German
Translation(s):
SPA
Authorship
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SPA
Spanish
(José Miguel Llata)
, "A medianoche", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
Um Mitternacht ging ich, nicht eben gerne,
Klein kleiner Knabe, jenen Kirchhof hin
Zu Vaters Haus, des Pfarrers; Stern an Sterne
Sie leuchteten doch alle gar zu schön;
Um Mitternacht.
Wenn ich dann ferner in des Lebens Weite
Zur Liebsten mußte, mußte, weil sie zog,
Gestirn und Nordschein über mir im Streite,
Ich gehend, kommend Seligkeiten sog;
Um Mitternacht.
Bis dann zu letzt des vollen Mondes Helle
So klar und deutlich mir ins Finstere drang,
Auch der Gedanke willig, sinnig, schnelle
Sich ums Vergangne wie ums Künftige schlang;
Um Mitternacht.
4. Köchin in der Fremde ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Translation(s):
ENG
Authorship
Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):
ENG
English
(Sharon Krebs)
, "A cook in a foreign land", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
Streu' ich Zucker auf die Speise
[ ... ]
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5. Spaziergang ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Ochse, wie bist du so stattlich, bedachtsam, fleißig und nützlich!
Wahrlich, ich brauche dich sehr - aber du bist doch ein Ochs!
Ho da! Kartoffeln und ihr, ökonomische Knollengewächse,
schreiten kaum kann man; gemach! macht euch nicht gar zu sehr breit!
Grüß' dich, Klatschrose und Gänseblum', Butterblum', ländliches Völkchen,
schmucklos und ohne Geruch, unschuldig, - weiter sonst nichts? -
Nelke, du reizendes Kind, wie hast du so gar nichts Bescheidnes!
Jauchzende Farben voll Lust flammst du ins traurige Grün,
Tief von den eigenen Düften du selber lustig berauschet,
spiele denn, brenne, von dir laß ich berauschen mich gern!
6. Rheinweinlied ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
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Bekränzt mit Laub den lieben, vollen Becher
und trinkt ihn fröhlich leer!
In ganz Europia, ihr Herren Zecher,
ist solch ein Wein nicht mehr.
Ihn bringt das Vaterland aus seiner Fülle;
wie wär er sonst so gut!
Wie wär er sonst so edel, wäre stille
und doch voll Kraft und Mut!
[ ... ]
Am Rhein, am Rhein, da wachsen unsre Reben;
gesegnet sei der Rhein!
Da wachsen sie am Ufer hin und geben
uns diesen Labewein.
So trinkt ihn denn, und laßt uns allewege
uns freun und fröhlich sein!
Und wüßten wir, wo jemand traurig läge,
wir gäben ihm den Wein.
7. Fliegentod ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
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Sie saugt mit Gier verrätrisches Getränke
Unabgesetzt, vom ersten Zug verführt;
Sie fühlt sich wohl, und längst sind die Gelenke
Der zarten Beinchen schon paralysiert,
Nicht mehr gewandt, die Flügelchen zu putzen,
Nicht mehr geschickt, das Köpfchen aufzustutzen -
Das Leben so sich im Genuß verliert.
Zum Stehen kaum wird noch das Füßchen taugen;
So schlürft sie fort, und mitten unterm Saugen
Umnebelt ihr der Tod die tausend Augen.
8. Wintermorgen ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Wie silbernes Geschirr sich stößt, so klingen
[ ... ]
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9. Abgesang ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Hier liegt der Sommer begraben
[ ... ]
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10. Sommergesang ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
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Geh aus, mein Herz, und suche Freud
In dieser lieben Sommerzeit
An deines Gottes Gaben;
Schau an der schönen Gärten Zier,
Und siehe, wie sie [mir und dir]1
Sich ausgeschmücket haben.
Die Bäume stehen voller Laub,
Das Erdreich decket seinen Staub
Mit einem grünen Kleide;
[Narzissus]2 und die Tulipan,
Die ziehen sich viel schöner an
Als Salomonis Seide.
Die Lerche schwingt sich in die Luft,
Das [Täublein]3 [fleugt]4 aus seiner Kluft
Und macht sich in die Wälder,
Die [hochbegabte]5 Nachtigall
Ergötzt und füllt mit ihrem Schall
Berg, Hügel, Tal und Felder.
Die Glucke führt ihr Völklein aus,
Der Storch baut und bewohnt sein Haus,
Das Schwälblein speist die Jungen,
Der schnelle Hirsch, das leichte Reh
Ist froh und kommt aus seiner Höh
Ins tiefe Gras gesprungen.
Die Bächlein rauschen in dem Sand
Und malen sich und ihren Rand
Mit schattenreichen Myrten;
Die Wiesen liegen hart dabei
Und klingen ganz vom Lustgeschrei
Der Schaf und ihrer Hirten.
Die unverdroßne Bienenschar
[Fliegt]4 hin und her, sucht hie und da
Ihr edle Honigspeise,
Des süßen Weinstocks starker Saft
Bringt täglich neue Stärk' und Kraft
In seinem schwachen Reise.
Der Weizen wächset mit Gewalt,
Darüber jauchzet jung und alt
Und rühmt die große Güte
Des, der so [überflüssig]6 labt
Und mit so manchem Gut begabt
Das menschliche Gemüte.
Ich selbsten kann und mag nicht ruhn,
Des großen Gottes großes Tun
Erweckt mir alle Sinnen:
Ich singe mit, wenn alles singt,
Und lasse was dem Höchsten klingt
Aus meinem Herzen rinnen.
[ ... ]
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1 Bruch: "dir und mir"
2 Bruch: "Narcissen"
3 Bruch: "Täbchen"
4 Pepping: "fleucht"
5 Bruch: "hochbelobte"
6 Pepping: "überfließend"
11. Sommer ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Atme, Seele, erhöhter
[ ... ]
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12. Selige Sehnsucht ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Translation(s):
ENG
Authorship
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English
(Emily Ezust)
, "Blissful yearning", copyright ©
Sagt es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet,
Das Lebend'ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.
In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Uberfällt dich fremde Fühlung,
Wenn die stille Kerze leuchtet.
Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.
Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du, Schmetterling, verbrannt.
Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.
[ ... ]
13. Gleichnisse ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Das Geistige ist wie das Blütenleben
[ ... ]
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14. Ambra und Moschus ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Ein Körnchen Ambra
[ ... ]
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15. Die Einsamste ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Translation(s):
ENG
FRE
Authorship
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FRE
French
(Guy Laffaille)
, "Le solitaire", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission
Nun, da der Tag
des Tages müde ward, und aller Sehnsucht Bäche
von neuem Trost plätschern,
auch alle Himmel, aufgehängt in Gold-Spinnetzen,
zu jedem Müden sprechen: "Ruhe nun!" -
Was ruhst du nicht, du dunkles Herz,
was stachelt dich zu fußwunder Flucht...
Wes harrest du?
16. Die Dioskuren ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Wer Kastor ruft, muß Polydeukos nennen
[ ... ]
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17. Epiphaniasfest ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Translation(s):
ENG
ITA
FRE
Authorship
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English
(Emily Ezust)
, "The Three Holy Kings with their star", copyright ©
ITA
Italian
(Ferdinando Albeggiani)
, "Epifania", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
FRE
French
(Pierre Mathé)
, "Épiphanie", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
Die heiligen drei König mit ihrem Stern,
Sie essen, sie trinken, und bezahlen nicht gern;
Sie essen gern, sie trinken gern,
Sie essen, trinken und bezahlen nicht gern.
Die heiligen drei König sind kommen allhier,
Es sind ihrer drei und sind nicht ihrer vier:
Und wenn zu dreien der vierte wär,
So wär ein heilger Drei König mehr.
Ich erster bin der weiß und auch der schön,
Bei Tage solltet ihr erst mich sehn!
Doch ach, mit allen Spezerein
Werd ich sein Tag kein Mädchen mir erfrein.
Ich aber bin der braun und bin der lang,
Bekannt bei Weibern wohl und bei Gesang.
Ich bringe Gold statt Spezerein,
Da werd ich überall willkommen sein.
Ich endlich bin der schwarz und bin der klein,
Und mag auch wohl einmal recht lustig sein.
Ich esse gern, ich trinke gern,
Ich esse, trinke und bedanke mich gern.
Die heiligen drei König sind wohlgesinnt,
Sie suchen die Mutter und das Kind;
Der Joseph fromm sitzt auch dabei,
Der Ochs und Esel liegen auf der Streu.
Wir bringen Myrrhen, wir bringen Gold,
Dem Weihrauch sind die Damen hold;
Und haben wir Wein von gutem Gewächs,
So trinken wir drei so gut als ihrer sechs.
Da wir nun hier schöne Herrn und Fraun,
Aber keine Ochsen und Esel schaun,
So sind wir nicht am rechten Ort
Und ziehen unseres Wegen weiter fort.
18. Zum Einschlafen ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Es rieseln die Sekunden
[ ... ]
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19. An den Schlaf ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Based on
Die Herde Schlaf, die gemächlich zieht,
des Regens Plätschern, schwingendes Gesumm
der Bienen, Fluß und Meer und Wind ringsum,
die Felder, Wasserflächen, Himmel sieht
mein Geist der Reihe nach, und immer flieht
mich noch der Schlaf. Und bald wird aus dem Wald
der Kuckuck melancholisch rufen, bald
schallt aus dem Obsthain erstes Vogellied.
So hab ich letzhin jede Nacht verbracht;
dich, zwischen Tag und Tag, ersehnte ich:
O, meide, Schlaf, mich nicht auch diese Nacht!
Was ist der reiche Morgen ohne dich?
Du bist es, der ihn frisch und fröhlich macht.
Komm, gute Mutter, Schlaf, erquicke mich.
20. Die Unsichtbaren ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Rüste abendlich die Schale
[ ... ]
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21. Nachklang ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Based on
Mir ist wie einem, der im Schlafe schaut,
und nach dem Traume bleibt ihm die Erregung
im Geist, indes das Bild nicht wiederkehrt.
So ist's in mir. Es schwinden die Gesichte
fast ganz, und immer träuft die Seligkeit,
die sie mir brachten, immer noch ins Herz.
So löst der Schnee sich an der Sonne auf,
und so verloren sich in Wind und Blättern
flüsternd die Weisheitssprüche der Sibylle.
22. An vollen Büschelzweigen ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Translation(s):
ENG
Authorship
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ENG
English
(Emily Ezust)
, "On these boughs full of clustering leaves", copyright ©
An vollen Büschelzweigen,
Geliebte, sieh nur hin!
Laß dir die Früchte zeigen,
Umschalet stachlig grün.
Sie hängen längst geballet,
Still, unbekannt mit sich;
Ein Ast, der schaukelnd wallet,
Wiegt sie geduldiglich.
Doch immer reift von innen
Und schwillt der braune Kern,
Er möchte Luft gewinnen
Und säh' die Sonne gern.
Die Schale platzt, und nieder
Macht er sich freudig los;
So fallen meine Lieder
Gehäuft in deinen Schoß.
23. März ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Translation(s):
ENG
FRE
Authorship
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ENG
English
(Emily Ezust)
, "March", copyright ©
FRE
French
(Pierre Mathé)
, "Mars", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
Es ist ein Schnee gefallen,
denn es ist noch nicht Zeit,
daß von den Blümlein allen
wir werden hoch erfreut.
Der Sonnenblick betrüget
mit mildem falschem Schein,
die Schwalbe selber lüget,
warum? Sie kommt allein!
Sollt ich mich einzeln freuen,
wenn auch der Frühling nah?
Doch kommen wir zu zweien,
gleich ist der Sommer da!
24. April ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Translation(s):
ENG
FRE
Authorship
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ENG
English
(Emily Ezust)
, "April", copyright ©
FRE
French
(Pierre Mathé)
, "Avril", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
Augen, sagt mir, sagt, was sagt ihr?
Denn ihr sagt was gar zu Schönes,
Gar des lieblichsten Getönes;
Und in gleichem Sinne fragt ihr!
Doch ich glaub' euch zu erfassen:
Hinter dieser Augen Klarheit
Ruht ein Herz in Lieb' und Wahrheit
Jetzt sich selber überlassen,
Dem es wohl behagen müßte,
Unter so viel stumpfen, blinden,
Endlich einen Blick zu finden,
Der es auch zu schätzen wüßte.
Und indem ich diese Chiffern
Mich versenke zu studieren,
Laßt euch ebenfalls verführen,
Meine Blicke zu entziffern!
25. Mit einem gemalten Band ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Translation(s):
ENG
ITA
FRE
Authorship
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ENG
English
(Emily Ezust)
, "With a painted ribbon", copyright ©
ITA
Italian
(Amelia Maria Imbarrato)
, "Con un nastro colorato", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
FRE
French
(Guy Laffaille)
, "Avec un ruban peint", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
Kleine Blumen, kleine Blätter
Streuen mir mit leichter Hand
Gute, junge Frühlings-Götter
Tändelnd auf ein luftig Band.
Zephir, nimm's auf deine Flügel,
Schling's um meiner Liebsten Kleid;
Und so tritt sie vor den Spiegel
All in ihrer Munterkeit.
Sieht mit Rosen sich umgeben,
Selbst wie eine Rose jung.
Einen Blick, geliebtes Leben!
Und ich bin belohnt genug.
Fühle, was dies Herz empfindet,
Reiche frei mir deine Hand,
Und das Band, das uns verbindet,
Sei kein schwaches Rosenband!
Input by Jakob Kellner
26. Die Schüchterne ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Gibt es denn wohl bangere
[ ... ]
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27. Rosen und Tannen ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Man sagt, daß Rosen, die bei Tannen
[ ... ]
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28. Lesebuch ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Wunderlichtstes Buch der Bücher
ist das Buch der Liebe;
aufmerksam hab' ich's gelesen:
wenig Blätter Freuden,
ganze Hefte Leiden;
einen Abschnitt macht die Trennung.
Wiedersehn! ein klein Kapitel,
fragmentarisch. Bände Kummers,
mit Erklärungen verlängert,
endlos, ohne Maß.
O! Nisami!- doch am Ende
hast den rechten Weg gefunden;
Unauflösliches, wer löst es?
Liebende [die sich wieder finden]1.
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1 Pepping: "sich wieder findend"
29. Schlechter Trost ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Translation(s):
ENG
FRE
Authorship
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ENG
English
(Emily Ezust)
, "Poor comfort", copyright ©
FRE
French
(Guy Laffaille)
, "Piètre consolation", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
Mitternachts weint' und schluchzt' ich,
Weil ich dein entbehrte.
Da kamen Nachtgespenster
Und ich schämte mich.
»Nachtgespenster«, sagt' ich,
»Schluchzend und weinend
Findet ihr mich, dem ihr sonst
Schlafendem vorüberzogt.
Große Güter vermiss' ich.
Denkt nicht schlimmer von mir,
Den ihr sonst weise nanntet,
Großes Übel betrifft ihn!« --
Und die Nachtgespenster
Mit langen Gesichtern
Zogen vorbei,
Ob ich weise oder törig
Völlig unbekümmert.
30. Nicht mehr auf Seidenblatt ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Nicht mehr auf Seidenblatt
Schreib' ich symmetrische Reime;
Nicht mehr fass' ich sie
In goldne Ranken;
Dem Staub, dem beweglichen, eingezeichnet
Überweht sie der Wind, aber die Kraft besteht,
Bis zum Mittelpunkt der Erde
Dem Boden angebannt.
Und der Wandrer wird kommen,
Der Liebende. Betritt er
Diese Stelle, ihm zuckt's
Durch alle Glieder.
"Hier! vor mir liebte der Liebende.
War es Medschnun, der zarte?
Ferhad, der kräftige? Dschemil, der daurende?
Oder von jenen tausend
Glücklich-Unglücklichen einer?
Er liebte! Ich liebe wie er,
Ich ahnd' ihn!"
Suleika, du aber ruhst
Auf dem zarten Polster,
Das ich dir bereitet und geschmückt.
Auch dir zuckt's aufweckend durch die Glieder.
"Er ist, der mich ruft, Hatem.
Auch ich rufe dir, o Hatem! Hatem!"
31. Nachklang ![[setting text needs to be verified]](/images/ball.red.gif)
Language:
German
Translation(s):
ENG
FRE
Authorship
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ENG
English
[singable]
(Florence T. Jameson)
, "Remembrance"
FRE
French
(Pierre Mathé)
, "Écho", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
Es klingt so prächtig, wenn der Dichter
Der Sonne bald dem Kaiser sich vergleicht;
Doch er verbirgt die traurigen Gesichter,
Wenn er in düstern Nächten schleicht.
Von Wolken streifenhaft befangen,
Versank zu Nacht des Himmels reinstes Blau;
Vermagert [bleich]1 sind meine Wangen
Und meine Herzenstränen grau.
Laß mich nicht so [der]2 Nacht, [dem Schmerze,]3
Du Alllerliebstes, du mein Mondgesicht!
O du mein Phosphor, meine Kerze,
Du meine Sonne, du mein Licht!
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1 Eisler: "blaß"
2 Eisler: "in"
3 Eisler: "den Schmerzen"
Input by John Versmoren
32. Unser Leben ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Translation(s):
ITA
ENG
Authorship
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ITA
Italian
(Ferdinando Albeggiani)
, "Sogno, soltanto sogno è l'esistenza", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
ENG
English
(Bertram Kottmann)
, "Our life is but a dream, and dreaming", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
Ein Traum, ein Traum ist unser Leben
auf Erden hier.
Wie Schatten auf den Wogen schweben
und schwinden wir.
Und messen unsre trägen [Tritte]1
nach Raum und Zeit.
Und sind - und wissen's nicht - in [Mitte
der]1 Ewigkeit.
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1 Swienty: "Schritte"
1 omitted by Swienty.
33. Wandrers Nachtlied ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Translation(s):
ENG
ITA
DUT
ITA
ENG
ENG
FRE
FRL
SPA
ENG
ENG
Authorship
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ENG
English
(Emily Ezust)
, "You who are from heaven", copyright ©
ITA
Italian
(Vittorio Fellegara)
, "Canto del viandante notturno", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
DUT
Dutch
[singable]
(Lau Kanen)
, "Trekkers nachtlied", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
ITA
Italian
(Amelia Maria Imbarrato)
, "Canto notturno del viandante II", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
ENG
English
(Edgar Alfred Bowring)
, "The wanderer's night-song", published 1853
FRE
French
(Pierre Mathé)
, "Le chant de nuit du voyageur I", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
FRL
Friulian
(Ermes Culos)
, "Tu ch'i ti vèns dal paradìs", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
SPA
Spanish
(Lewis Grenville)
, "La cancion nocturna del caminante", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
ENG
English
[singable]
(Charles Fonteyn Manney)
, "O thou who from heaven art"
Der du von [dem Himmel]1 bist,
[Alles Leid]2 und Schmerzen [stillest,]3
Den, der doppelt elend ist,
Doppelt mit [Erquickung füllest,]4
Ach! ich bin des Treibens müde!
[Was soll all der Schmerz und Lust?]5
Süßer Friede,
Komm, ach komm in meine Brust!
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1 Kirchner: "den Himmeln"
2 Rust: "Kummer, Leid"
3 Schubert: "stillst"
4 Schubert: "Entzückung füllst"
5 Rust: "Bangen Schmerzes, wilder Lust,";
Arnim: "Was soll all der Schmerz, die Lust?"
34. Ein Gleiches ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Translation(s):
ENG
DUT
RUS
ENG
RUS
ENG
ITA
ITA
SPA
DUT
ENG
ENG
FRE
FRE
FIN
ENG
ENG
POL
Authorship
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ENG
English
(Emily Ezust)
, "Over all the peaks it is peaceful", copyright ©
DUT
Dutch
(Wim Reedijk)
, "Boven alle bergen", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
ENG
English
[singable]
(Bertram Kottmann)
, title unknown, copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
ITA
Italian
(Ferdinando Albeggiani)
, "Sopra ogni vetta", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
ITA
Italian
(Amelia Maria Imbarrato)
, "Canto notturno del viandante I", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
SPA
Spanish
(Mercedes Vivas)
, "Sobre todas las cumbres", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
DUT
Dutch
[singable]
(Lau Kanen)
, "Trekkers nachtlied II", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
ENG
English
(Edgar Alfred Bowring)
, "The wanderer's night-song", published 1853
FRE
French
(Pierre Mathé)
, "Le chant de nuit du voyageur II", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
FRE
French
(Guy Laffaille)
, "Au sommet de tous les pics", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
FIN
Finnish
(Erkki Pullinen)
, "Yölaulu", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
ENG
English
[singable]
(Arthur Westbrook)
, "Wanderer's night song"
Über allen [Gipfeln]1
ist Ruh,
in allen Wipfeln
spürest du
kaum einen Hauch;
die Vögelein schweigen im Walde,
warte nur, balde
ruhest du auch!
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1 Flügel, Gaugler, Hasse, Radecke: "Wipfeln" (according to the incipits given in Hofmeister) ; further changes may exist not noted above.
See also J.D. Falk's poem Unter allen Wipfeln ist Ruh.
35. Im Abendrot ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Translation(s):
ENG
FRE
SPA
ITA
DUT
CAT
DUT
ENG
NOR
POL
Authorship
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ENG
English
(Lena Platt)
(Daniel Platt)
, "In Twilight", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
FRE
French
(Pierre Mathé)
, "Coucher de soleil", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
SPA
Spanish
(Abel Alamillo Fernández)
, "En el crepúsculo", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
ITA
Italian
(Francesco Campanella)
, "Al tramonto", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
DUT
Dutch
(Beatrijs De Vos)
, "In 't avondrood", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
CAT
Catalan
(Salvador Pila)
, "A l'hora baixa", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
DUT
Dutch
[singable]
(Lau Kanen)
, "In 't avondrood", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
ENG
English
[singable]
(Bertram Kottmann)
, "At sunset", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
NOR
Norwegian (Bokmål)
(Marianne Beate Kielland)
, "I aftenrøden", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
POL
Polish
(Alicja Istigniejew)
, "O zmierzchu", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission

Wir sind durch Not und Freude
Gegangen Hand in Hand,
Vom Wandern ruhen wir [beide]1
Nun überm stillen Land.
Rings sich die Täler neigen,
Es dunkelt schon die Luft,
Zwei Lerchen nur noch steigen
Nachträumend in den Duft.
Tritt her, und laß sie schwirren
Bald ist es [Schlafenszeit]2,
Daß wir uns nicht verirren
In dieser Einsamkeit.
O weiter, stiller Friede!
So tief im Abendrot,
Wie sind wir wandermüde --
Ist [das]3 etwa der Tod? --
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1 omitted by Strauss
2 in another version of Eichendorff's: "Ruhenszeit"
3 Pepping, Strauss: "dies"
36. Der Feind ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
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Einen kenne ich,
Wir lieben ihn nicht;
Einen nenne ich,
Der die Schwerter zerbricht!
Weh! Sein Haupt steht in der Mitternacht,
Sein Fuß in [der Erde]1 Staub;
Vor ihm weht das Laub
Zur dunkeln Erde hernieder.
Ohne Erbarmen
In den Armen
Trägt er die [kindische]2,
Taumelnde Welt:
Tod -- so heißt er!
Und die Geister
Beben vor ihm, den schrecklichen Held!
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Note: this is the second version of a poem that first appeared in Kantate auf den Tod Ihrer Königlichen Majestät, Louise von Preußen (1810)
1 Trunk, Pepping: "dem"
2 Trunk: "kindlich", Pepping: "kindisch"
37. Alter Friedhof ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Urnen füllen sich und Krüge
[ ... ]
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38. Grabschrift ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Hier liegt der Müller Mayhon!
Er lebte vom Winde mit einer Frau und sieben Knaben;
es leben auch sonst noch viele davon,
die keine Mühle haben.
39. Ergebung ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Translation(s):
FRE
Authorship
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FRE
French
(Guy Laffaille)
, "Ce que nous voyons change", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
Es wandelt, was wir schauen,
Tag sinkt ins Abendrot,
Die Lust hat eignes Grauen,
Und alles hat den Tod.
Ins Leben schleicht das Leiden
Sich [heimlich]1 wie ein Dieb,
Wir alle müssen scheiden
Von allem, was uns lieb.
Was gäb' es doch auf Erden,
Wer hielt' den Jammer aus,
Wer möcht' geboren werden,
Hielt'st Du nicht droben Haus!
Du bist's, der, was wir bauen,
Mild über uns zerbricht,
Daß wir den Himmel schauen -
Darum so klag' ich nicht.
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1 Berg: "leise"
40. Trost ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Translation(s):
ENG
Authorship
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ENG
English
(Bertram Kottmann)
, "Words of consolation", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
Wenn alles eben käme, wie du gewollt es hast,
und Gott dir gar nichts nähme und gäb dir keine Last,
wie wär's da um dein Sterben, du Menschenkind bestellt?
Du müsstest fast verderben, so lieb wär dir die Welt!
Nun fällt, eins nach dem andern, manch süßes Band dir ab,
und heiter kannst du wandern gen Himmel durch das Grab,
dein Zagen ist gebrochen, und deine Seele hofft;
dies ward schon oft gesprochen, doch spricht man's nie zu oft.
41. Abschied ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
Erde, du meine Mutter, und du mein Vater, der Lufthauch,
und du Feuer, mein Freund, du mein Verwandter, der Strom,
und mein Bruder, der Himmel, ich sag euch allen mit Ehrfurcht
freundlichen Dank. Mit euch hab ich hienieden gelebt.
Und geh jetzt zur anderen Welt, euch gerne verlassend.
Lebt wohl, Bruder und Freund, Vater und Mutter, lebt wohl!
42. Ich habe allem Leben ![[setting text verified]](/images/ball.green.gif)
Language:
German
Authorship
[ ... ]
17. Ich habe allem Leben
Mit jedem Abendrot
Den Abschiedskuß gegeben,
Und jeder Schlaf ist Tod.
[ ... ]
19. Und wenn ich einsam weine,
Und wenn das Herz mir bricht,
So sieh im Sonnenscheine
Mein lächelnd Angesicht.
20. [Muß ich]1 am Stabe wanken,
Schwebt Winter um mein Haupt,
Wird nie doch dem Gedanken
Die Glut und Eil geraubt.
21. Ich sinke ewig unter,
Und steige ewig auf,
Und blühe stets gesunder
Aus Liebes-Schoß herauf.
[ ... ]
23. Das Licht hat mich durchdrungen,
Und reißet mich hervor;
Mit tausend Flammenzungen
Glüh' ich zur Glut empor.
24. So kann ich nimmer sterben,
Kann nimmer mir entgehn;
Denn um mich zu verderben,
Müßt' Gott selbst untergehn.
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1 Pepping: "Ich muß"
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